Die Freude am Herrn…

… oder wie mein Gottesbild mich prägt
Mir ist in letzter Zeit die Freude der Menschen aufgefallen, die noch nicht so lang mit JC unterwegs sind. Insbesondere wurde mir dies bewusst, als ich die fröhlichen Lieder einer Katholischen Lobpreisgruppe hörte. Omid und Mariam haben vor ein paar Wochen ebenfalls gestrahlt. So habe ich mich mehr mit der Freude auseinander gesetzt. In der Bibel wird die Freude oft erwähnt. Wir sollen fröhlich sein und nicht ein Gesicht machen als hätten wir in eine Zitrone gebissen. Folie 2: in den Psalmen • Doch mir hast du so viel Freude gegeben, mehr als sie hatten und haben können mit all ihrem Korn und dem vielen Wein. Psalm 4,8
• Darum bin ich voll Freude und Dank, ich weiß mich beschützt und geborgen. Psalm 16,9
• Dort will ich an deinen Altar treten, vor dich, den Grund meiner Freude. Zum Klang der Harfe will ich dich preisen, dich, meinen Gott! Psalm 43,4
• Ja, du hast mir geholfen, im Schutz deiner Flügel kann ich vor Freude singen. Psalm 63,8 Folie 3: im NT wo es sogar als eine Frucht des Heiligen Geistes aufgeführt wird.
• der Engel sagte zu ihnen: »Habt keine Angst! Ich habe eine große Freudenbotschaft für euch und für das ganze Volk. Lukas 2,10
• Die neu gewonnenen Jünger und Jüngerinnen in Antiochia aber wurden von Freude und vom Heiligen Geist erfüllt. Apg 13,52
• Denn wo Gott seine Herrschaft aufrichtet, geht es nicht um Essen und Trinken, sondern um ein Leben unter der rettenden Treue Gottes und in Frieden und Freude, wie es der Heilige Geist schenkt. Römer 14,17 Folie 4. Die Freude scheint also nicht etwas „normales“ zu sein. Wahre Freude wird uns aber von Gott durch den Heiligen Geist geschenkt.
• Der Geist Gottes dagegen lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen, nämlich: Liebe,
Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung. Gegen all dies hat das Gesetz nichts einzuwenden. Galater 5,22-23 Ich realisierte, dass ich diese Freude in meinem eigenen Leben und auch oft in unseren Liedern vermisste. Mir wurde Ralph K. zu einem Vorbild. Er hat so eine Freude am Bibellesen und Dienen.Ich hatte Lust auf diese Freude, die mir abhandengekommen ist. Deshalb machte ich mich auf die Suche nach den Räubern.

1) Zurück zum unversöhnlichen Gott
Folie 5: Bei der Predigtserie über die vier Soli, sahen wir, wie die Reformation eine Befreiung brachte eines falschen Bild Gottes. Der Gott, der damals gepredigt wurde war nur schwer zu versöhnen. klicken Dieses Gottesbild finden wir seit Jahrtausend auch in vielen Religionen klicken. Der Mensch muss grosse Opfer bringen, um die Gottheit milde zu stimmen klicken. Oft ist diese Gottheit ebenfalls unberechenbar. Selbst wer an keinem Gott glaubt fällt diesem Gedankengang zum Opfer. klicken So opfern wir Arbeit, Geld und vieles mehr für die Gesundheit, die Karriere, die Freizeit.

Das Gleichnis der Pfunden zeigt gut wie das Bild, das wir von Gott haben unser Handeln beeinflusst. So lesen wir im Lukas Evangelium folgendes: Lukas 19,12-26 Folie 6-8 Auch bei uns ist die Gefahr da, das wir zum Gott des ATs der Adam und Eva aus dem Paradies jagte zurückkehren und unsere eigenen Opferaltäre bauen um Gott gnädig zu stimmen. Folie 9 Gott thront dann als eine Art schwarze Wolke über uns. Dann dienen wir aus einem falschen Antrieb heraus. Wir wollen dem Schmutzli entgehen Folie 10. 2) Hin zum gutmütigen Vater
Folie 11 Genauso gefährlich und vielleicht sogar heimtückischer ist das Bild eines gutmütigen
Vaters der mich einfach nur lieb hat. Was ist denn daran falsch? Gott wird dann zum Weihnachtsmann klicken. Ich vergesse, was der Preis dafür war, das ich zu diesem Vater kann.
Gerade wir Freikirchen tendieren dazu die Sünde und seine Folgen für uns Menschen zu verschweigen. Dies führt zu einer Selbstgefälligkeit und einer Selbstverständlichkeit der Gnade.

Wir verfallen der Versuchung aus Judas 4 klicken „In eure Reihen haben sich nämlich Leute
eingeschlichen, deren Verurteilung schon vor langer Zeit in der Schrift angekündigt wurde, gottlose Menschen, die die Gnade unseres Gottes ´als Freibrief` für ein ausschweifendes Leben missbrauchen und die sich damit von dem lossagen, der der alleinige Herrscher ist – Jesus Christus, unser Herr.“ Nach dem Motto wer viel gesündigt hat dem wird viel vergeben. Bonhoefer „Billige Gnade ist der Todfeind unserer Kirche. Unser Kampf heute geht um die teure Gnade.“ Bonhoeffer beginnt in „Nachfolge“ mit der Unterscheidung einer billigen und einer teuren Gnade. Auch Bonhoeffer weiß, dass man Gnade nicht mit Geld erkaufen kann. Doch möchte er aufzeigen, dass billige Gnade den Menschen zwar nichts kostet, jedoch auch keine Kraft der Veränderung in sich birgt. Im Christentum gehe es hingegen um die teure Gnade, die den Menschen das eigene Leben kostet, aber sein innerstes Wesen verändert.

Billig ist die Gnade, die dem Menschen großzügig verteilt werde, ohne ihn zur Nachfolge Jesu
aufzurufen. Er empfängt die Gnade, darf jedoch in seinem alten Leben verweilen, ohne seinem Leben eine 180 Grad-Wendung, hinein in die Nachfolge, zu verpassen. Das Austeilen der Gnade gleiche einem großen Ausverkauf. Die Kirche schleudere die Gnade dem Kunden wie einen Restposten von einem großen Verkaufstisch entgegen. Teure Gnade hingegen, die zu Veränderung und Umkehr führt, werde als „Schwärmertum“ und „Buchstabendienst“ abgetan. Etwas für die Extremen. Etwas, das wir bereits überwunden haben. Bonhoeffer ermahnt, mit billiger Gnade dürfe sich ein Christ nicht zufrieden geben. Gnade ohne den Ruf in die Nachfolge, ohne die Aufforderung „Folge mir nach!“ habe nichts mit Jesus, dem Kreuz, oder der Auferstehung zu tun.

Doch genau diese Einstellung raubt uns der Freude am Herrn. Ich werde nicht mehr dienen, weil Gott dann mein Diener Folie 12 oder zumindest mein Kumpel wird, der aus lauter Liebe und Güte schauen wird dass es mir gut geht. Wie verhalten uns dann wie verwöhnte Kinder klicken. Wir merken nicht mehr wie sehr uns Gott schon beschenkt hat und jeden Tag weiter beschenkt. Wir sehen nur was nicht ganz so kommt wie wir es uns gewünscht haben. Der Teufel wird schauen, dass er uns auf die eine oder andere Seite bringen kann. Welche ist ihm
egal. Hauptsache ist wir verlieren unsere Freude am Herrn und am Dienst. Folie 13 Wenn wir in der Richtigen Balance sind zwischen diesen beiden Extremen, fällt uns das Dienen leichter und wir bekommen die Freude zurück weil unser Heil eben doch nicht selbstverständlich ist. Gott ist sowohl Richter wie ein liebender Vater. In diesem Gleichgewicht befinden wir uns bei der Bekehrung. Wir sind da so nahe am Herz Gottes, dass wir beide Seiten erkennen können. Die neu gewonnene Freiheit in JC begeistert uns einerseits und die Dankbarkeit für sein Opfer bringt uns in den fröhlichen Dienst. Alles ist neu und soll entdeckt werden. Leider wird dies mit der Zeit zur Routine. Insbesondere wenn man, wie ich, in dieser Geborgenheit geboren wurde. Folie 14 Gott ist der Löwe und das Lamm und wir dürfen uns freuen weil wir beide Seiten erleben dürfen. Der mächtige der uns beschützt und der Liebende der sein Leben gab. Diese Sicht können wir uns vom Heiligen Geist schenken lassen.