Ich beginne mit einer Geschichte. Eine Frau wurde beerdigt. Sie hatte auf der
Straße gelebt. Manche dieser Obdachlosen sind sehr freundlich und haben eine
Menge Freunde, aber diese Frau gehörte nicht dazu. Sie war sogar recht aggressiv
gewesen, vor allem wenn sie um Geld gebettelt und keines bekommen hatte. Sie
war immer mit einer alten Karre herumgezogen, in der sie Plastiktüten und alle
möglichen Abfälle herumschob.
Bei ihrer Beerdigung hatte der Pastor nicht viele Leute erwartet. Doch da kamen
viele Leute mit schönen Anzügen, grossen Limousinen. Sogar ein Cousins zweiten
Grades war extra aus Australien herübergeflogen. Für den Pastor war das ein
großes Rätsel. Eine Bekannt klärte ihn auf: „Weißt du, diese Frau war sehr reich!
Sie hat einige Jahre vor ihrem Tod ein großes Vermögen geerbt, mehrere
Millionen Pfund, sowie eine schöne Wohnung in der Pont Street und mehrere
sehr wertvolle Gemälde. «Und», betonte sie „wo ein Wille ist, sind auch
Verwandte!“
Die grosse Frage stellt sich: Warum hatte diese Frau weiterhin mit ihrem Müll
auf der Straße gelebt, nachdem sie dieses Vermögen geerbt hatte? Der Pastor
frage einen Verwandten. Die Antwort: «Sie wollte ihr gewohntes Leben
nicht aufgeben.“
 Für mich ist das absurd! Aber viele Menschen um uns herum handeln
noch viel absurder: Sie klammern sich wertlose Dinge in ihrem Leben und
schlagen nicht nur eine Wohnung in der Pont Street aus, sondern viel
mehr: all die Schätze, die Gott uns bietet. Eine neue Identität, nicht als
geistliche Bettler, sondern als wohlhabende Kinder Gottes!
Warum ergreifen wir nicht das Bessere? Es liegt wohl daran dass wir uns
sehr schnell an Umstände gewöhnen, und damit verbundene Sichtweisen,
so dass wir meinen, alles sei normal.
Beispiel: Die Bürger des ehemaligen Ostblocks wurden systematisch
gleichgeschaltet. Jede persönliche Initiative wurde abgelehnt und sabotiert.
Viele haben bis heute Mühe, Demokratie, Eigenverantwortung und die
damit verbundene politische und Gesellschaftliche Verantwortung zu
verstehen, und aktiv zu leben. Sie haben lieber einen starken Mann an der
Spitze, der die Probleme für sie löst, oder besser noch fernhält! Zum
Beispiel alle Ausländer!
Auch unser soziales Umfeld prägt unser Denken und Handeln enorm. Und
zwar so stark, dass wir Schwierigkeiten haben, die biblischen Werte und
ihre Verheissungen über ein neues Leben anzunehmen und zu leben!
Es gibt hier drei Lebenserfahrungen, die oft auf unsere Lebenshaltung
übertragen werden. Auch die geistliche Sichtweise. Wir messen Menschen
und Dingen unterschiedliche Bedeutung zu, je nachdem, ob wir in relativer
Armut aufgewachsen sind, aus dem Mittelstand kommen oder aus einer
wohlhabenden Familie.
Besitztümer:
A) Menschen (Sie ermöglichen das Überleben…Gefahr v Abhängigkeit)
M) Dinge (Statussymbole wie Autos, Schmuck etc.)
W) Erbstücke, Sammlergegenstände, Ahnentafeln (Identitätsbeweise)
Essen:
A) Hattest du genug? Man geht gerne in Hotels mit Büffet…
M) Hat es dir geschmeckt? Man geht gerne in gutbürgerliche Restaurants
W) Wurde es ansprechend dargeboten? Man geht gerne in stilvolle
Restaurants, kommt aber womöglich mit Hunger wieder raus.
Antriebskraft:
A) Überleben, Beziehungen, Unterhaltung
M) Arbeit, Errungenschaften (Eigenheim, etc.)
W) Finanzielle, politische, soziale Beziehungen
Letzte Auswahl von 14 Faktoren: Bestimmung:
A) Glaubt an Schicksal (Fatalismus: Kann nicht viel tun, um es zu ändern)
M) Glaubt an Entscheidungen: Ich kann die Zukunft JETZT beeinflussen durch
gute Entscheidungen
W) Glaubt an persönliche Berufung, etwas Gutes zu bewirken (Adel
verpflichtet)
Im Buch: «Kultur der Ehre» werden alle 14 Bereiche erläutert.
Im Buch: «Eine Frage der Ehre» gibt es weitere Aspekte und einen Test!
Den Test habe ich ausgedruckt: Liegt draussen auf. Resultate auf Nachfrage
per Email! Aber ihr werdet bedeutend mehr profitieren, wenn ihr das Buch
kauft!
Gläubige aus den drei unterschiedlichen Herkunftsprägungen haben daher
unterschiedliche Erwartungen und Fragen an die Kirchen und Gemeinden.
A) Was bekomme ich? → Gebt mir Unterstützung!
M) Was soll ich tun? → Sagt mir, was ich für Jesus tun soll!
W) Wer bin ich? →Helft mir, meine Bestimmung und Identität zu
finden!
→ es ist offensichtlich: Wer sich selber seiner Würde und Ehre bewusst ist,
ist auch eher fähig, eine Berufung zu leben, die nicht nur sich selber zugute
kommt, oder seiner nächsten Umgebung. Wenn Jesus uns einen Auftrag
gegeben hat, bis an die Enden der Erde zu gehen, um Menschen in Gottes
Gegenwart und unter seinen Segen zu rufen, so kann er das am ehesten
mit Menschen machen, die weit über den eigenen Tellerrand schauen
können! Weit über die eigene Verwandtschaft hinaus!
Dabei spricht Gott uns seine Hilfe und Begleitung zu, und wir haben sie
auch nötig!
Nehmen wir Abraham als Beispiel: die Bibel sagt nichts über den
ursprünglichen sozialen Stand Abrahams. Ich denke, seine Familie
entsprach etwa dem gehobenen Mittelstand! Er wuchs in UR auf. Damals,
etwa 2000 Jahre vor Christus, eine echte Metropole im Sumerischen
Königreich in Mesopotamien. (Heute Irak)
Sein Vater Terach beschloss nach Kanaan auszuwandern. Das ist schwierig
nachzuvollziehen. In Ur war das Leben «zivilisierter» als in Kanaan.
Womöglich hatte er schon Gottes Auftrag bekommen. Womöglich hat ihn
auch Unglück
getroffen? Sein Sohn Haran, der Jüngste von 3 Söhnen, starb sehr früh? Auf
jeden Fall blieb er nach 2/3 des Weges in Charan hängen. Dort starb
Terach.
Wohl kurz danach sprach Gott zu Abraham, und beginnt damit ein neues
Kapitel zu schreiben in er Geschichte der Menschheit!
1 Mo 12:1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und
von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das
ich dir zeigen will. 2 Ich werde dich zum Stammvater eines großen Volkes
machen und dir viel Gutes tun; dein Name wird überall berühmt sein.
Durch dich werden auch andere Menschen am Segen teilhaben. 3 Wer dir
Gutes wünscht, den werde ich segnen. Wer dir aber Böses wünscht, den
werde ich verfluchen! Alle Völker der Erde sollen durch dich gesegnet
werden.« 4 Abram gehorchte und machte sich auf den Weg. Er war 75
Jahre alt, als er Haran verließ.
Gott hatte etwas Grossartiges mit Abraham und seiner Familie vor. Er begann
damit, Abraham’s Sicht zu verändern! Zuerst auf sich selbst und
seinen Clan! Er gab ihm das Versprechen, ihn sehr Wohlhabend zu machen!
Dazu eine Berufung, seinen Wohlstand für die ganze Welt zu nutzen! Eine
Berufung über seinen eigenen Tellerrand hinaus!
In dieser grossartigen Berufung sind auch wir tatsächlich gesegnet! Die
Bibel sagt in Gal 3:7, dass wir durch den Glauben Abrahams Kinder sind.
Aber dieser Segen des Wohlstandes lag für Abraham, und heute auch für
uns, drei Schritte weit weg!
1.) Er rief ihn auf, sein Land zu verlassen
= Sicherheit, Bescheidenen Wohlstand, vermutlich war er Mitglied der
Oberschicht, …)
2.) Er rief ihn auf, seine Verwandtschaft zu verlassen (Werte, Kultur, Identität…)
Er rief ihn auf, seine direkte Familie zu verlassen (Hilfe, sozialen Rang…)
Das alles für ein unkonkretes Ziel, das Gott ihm später noch zeigen werde!
Was danach kam, war auch für Abraham nicht immer einfach. Er musste
lernen, in dieser Berufung zu leben.
Die eine oder andere Prüfung hat er wohl nicht bestanden. Er reiste zuerst
tatsächlich nach Kanaan, wie sein Vater Terach es vorgehabt hatte. Als in
Kanaan eine Hungersnot ausbrach, zog er nach Ägypten. Dort fürchtete er
wegen der Schönheit Saras um sein Leben, und gab sie als Schwester aus.
Das gab später ziemlichen Wirbel, denn der Pharao hatte sie als Nebenfrau
genommen. Doch letztendlich wurden Abraham und seine Familie trotz
dieser Lüge gesegnet und kam mit einem blauen Auge davon!
Er hatte später viele Abenteuer zu bestehen, und es erwies sich
zunehmend, dass Abraham wirklich willens war, seine Berufung zu leben.
Er wollte für die Welt ein Segen zu sein.
→ Er überliess seinem Neffen Lot die Wahl des besseren Weidelandes für
seine inzwischen riesigen Schaf-und Ziegenherden.
→ Er rettete nicht nur Lot, sondern auch die Könige Sodoms aus der Hand
ihrer Feinde, als in Kanaan ein Krieg ausbrach. Mit nur 318 eigenen
Männern siegte er in einer Nacht und Nebel Aktion über eine riesige
Übermacht, denn Gott war mit ihm (1 Mose 14)
→ Er gab auch Melchisedek, dem König von Salem, den 10ten der reichen
Beute, denn Melchisedek war Priester Gottes.
In ca. 25 Jahren war aus dem ängstlichen Abram, wie er damals noch
geheissen hatte, ein Mann geworden, der bereit war, auch für andere
Verantwortung zu übernehmen.
Auch Gott hatte Abraham in dieser Zeit immer wieder die Verheissung
erinnert. Jetzt, am Ende dieser Lehrzeit besuchte er Abram erneut: 1 Mo 17
4 Ich, siehe, das ist mein Bund mit dir: Du wirst zum Vater einer Menge
von Nationen werden. 5 Und nicht mehr soll dein Name Abram heißen,
sondern Abraham soll dein Name sein! Denn zum Vater einer Menge von
Nationen habe ich dich gemacht. 6 Und ich werde dich sehr, sehr
fruchtbar machen, und ich werde dich zu Nationen machen, und Könige
werden aus dir hervorgehen.
Der letzte, entscheidende Schritt: Abram erhält von Gott einen neuen
Namen! Sein leiblicher Vater hatte ihn «Erhabener Vater» genannt. Er
hatte wohl bereits eine prophetische Sicht von dem, was seinen Sohn
erwarten würde. Eine besondere Aufgabe… eine Führungsrolle. Er war der
Erstgeborene. Es war Abrams Bestimmung, den Familienclan nach seinem
eigenen Tod weiter zu führen. Dazu wurde er erzogen und ausgebildet.
Doch nun wird dieser Name geändert in «Vater von vielen Völkern» … und
erst jetzt kommt das erste Sichtbare: Sein erster echter Sohn von Sarah.
So ist es auch mit uns, seinen geistlichen Kindern! Wir sollen nicht in einer
Identität der Armut leben, mit selbstzentrierten Werten, geprägt von
Ängsten oder scheinbar unüberwindlichen Hindernissen, dem Schicksal
ausgeliefert.
Nein, auch wir können mit Gottes Hilfe lernen, wie Wohlhabende zu
denken, fühlen und handeln. Das ist nicht primär eine Frage des
vorhandenen Geldes, sondern der Bereitschaft, über den eigenen
Tellerrand hinauszusehen, und der Bereitschaft Verantwortung auch für
andere zu übernehmen, um so ein Segen für viele zu sein!
Bist du bereit, dich hier auf die Reise zu machen?
1.) Dein Land zu verlassen
2.) Deine Verwandtschaft zu verlassen
3.) Deine direkte Familie zu verlassen
Bist du bereit, und wirst du Gott folgen, wenn er dich in ein besseres Leben
führen will? Dich segnen will, deine Familie, deine Freunde, deine
Arbeitskollegen, deine Firma, die Gemeinde… und weit darüber hinaus?
Wem wirst du glauben? Denen die sagen: Bleib bei dem, was du kennst!
Weisst du nicht, wer du bist, was deinem Stand entspricht? Du bist wie wir!
Oder glaubst du Gott, der dich zu Neuem beruft? Dir eine neue Identität als
wohlhabendes Königskind gibt?
Ein Sprichwort sagt: “Wenn du tust, was du immer getan hast, wirst du das
bekommen, was du immer bekommen hast.”
 Willst du mehr? Dann lass dein Herz von Gottes Hand ergreifen. Wage
Neues, sähe Segen, und du wirst Segen ernten. Und das hängt nicht von
deinem aktuellen Budget ab. Es kommt alleine darauf an, ob du als Bettler
handelst, oder als Königssohn, oder Königstochter. Dies zeigt sehr gut eine
andere Bettlergeschichte zum Abschluss:
Dobri wuchs als Halbwaise auf, nachdem sein Vater im Ersten Weltkrieg
ums Leben gekommen war. Er selbst verlor einen Großteil seiner
Hörfähigkeit durch eine Granatendetonation im Zweiten Weltkrieg.
Seine Kleidung bestand aus nicht viel mehr als ein paar
zusammengetragenen Lumpen und gefundenen Lederschuhen. Er lebte
von einer 80 Euro Rente in einem kleinen Zimmer im Hinterhof der Kirche
seines Heimatortes, und ging jeden Tag 25 km zu Fuss nach Sofia, um dort
die Passanten um ein kleines Almosen zu bitten.
Das Geld floss aber nicht in Alkohol, neue Kleider oder andere Dinge. Den
grössten Teil davon – – mehrere 10.000 Euro im Laufe der Jahre – spendete
er an wohltätige Organisationen, meistens Kinderheimen.
Dobri lebte zwar nicht äusserlich in Wohlstand, Aber sein Herz war von
Wohlstand erfüllt! Und er verbreitete Wohlstand um sich herum. Und trotz
der Lumpen als Kleider hat er grossen Einfluss auf viele Menschen, die von
ihm lernen! Er war ein echtes Kind Abrahams, er lebte als Königssohn und
wird auch den Lohn eines Königssohns erhalten im Himmel!
Dobir war überzeugter Christ und hatte trotz seiner Herkunft und seines
Schicksals ein nobles Herz!
Willst du dein Herz überprüfen? Manchmal ist es gut, das konkret zu tun.
Dieser Test ist ein Möglichkeit zu überprüfen, ob der Herr dich wohl ruft,
einen nächsten Schritt zu wagen! Einen Schritt vorwärts zu einer neuen
Identität unter dem Segen Gottes! Zur Identität einer wohlhabenden
Königstochter, eines wohlhabenden Königssohnes!