Gallus

 

Die heutige Geschichtsschreibung ist sich nicht ganz sicher, woher Gallus stammt. Einige behaupten, er komme aus Irland, andere sagen, er komme aus dem Elsass und wieder andere behaupten, er hätte zwar irische Wurzeln gehabt, sei aber im Elsass zweisprachig aufgewachsen.

Man nimmt an, dass er 550 geboren wurde und dass er wahrscheinlich am 16. Oktober 640 in Arbon gestorben ist. (Noch heute ist der Gallustag ein Feiertag in der Stadt St.Gallen)

Er wurde Mönch, schloss sich Abt Columban an und reiste mit ihm von Luxeuil nach Arbon. Dort wurde er krank und blieb zurück. Er überwarf sich mit Columban, der ihn exkommunizierte. Gallus beherrschte die alemannische Sprache und konnte so in der einheimischen Sprache predigen. Sie zerstörten die Statuen von einheimischen Gottheiten und warfen sie in den See, denn die ansässige christliche Gemeinde hatte sich mehr und mehr dem Heidentum zugewandt.

 

Die Legende berichtet, dass Gallus nach seiner Genesung das Steinachtal hinaufstieg. Als er beim Wasserfall in der Mühlenenschlucht stürzte und in einen Dornbusch fiel, deutete er das als Zeichen Gottes und blieb dort. Dies ist die Stätte meiner Ruhe ewiglich; hier will ich wohnen, denn das gefällt mir. (Psalm 132,14)

In der Nacht kam ein Bär, aber Gallus fürchtete sich nicht, sondern befahl ihm im Gegenteil, Holz für das Feuer zu bringen, was der Bär auch tat. Gallus gab ihm dafür ein Stück Brot und befahl ihm, nie wieder zurückzukommen. Der Bär befolgte die Anweisung.

Gallus baute zusammen mit Hiltibod, der ihn begleitete, eine Klause, wo er als Eremit lebte und viele Schüler unterrichtete.

Gallus heilte Kranke, bekehrte viele Heiden (Ungläubige) und träumte am Todestag Columbans von dessen Tod. Columban hatte Gallus inzwischen vergeben.

Otmar baute 100 Jahre später die Abtei St.Gallen.

 

St.Gallen bekam den Namen von Gallus: Heiliger Gallus.

Gallus evangelisierte in der Bodenseeregion. Er brachte den Leuten, die sich vom Christentum abgewendet hatten, wieder das Evangelium näher, Gallus missionierte für den Glauben und kämpfte vehement gegen Götzenkult und Verwässerung des Glaubens.

Für seine Evangelisierung war ihm kein Weg zu beschwerlich oder zu gefährlich. Wenn er auch nur eine Seele retten konnte, so unternahm er alles dafür. Auch Krankheit oder Streit mit Columban hielt ihn nicht davon ab.

Selbst in der heutigen Zeit ist Gallus für uns ein Vorbild. Mit grossem Eifer stand er für seinen Glauben ein. Er liess sich durch nichts abschrecken. Überall erzählte er die Frohe Botschaft: Allein durch die Gnade Gottes sind wir errettet!

Bist du auch Feuer und Flamme für deinen Glauben? Erzählst du den Leuten, warum und wie du glaubst? Bist du ein Leuchtturm in der Brandung? Lebst du deinen Glauben?

Denk daran, dass du nur schon durch das Lesen der Bibel und im Gebet eine starke Waffe in der Hand hast gegen den Unglauben.